Emotionale Distanz
Emotionale Distanz ist ein umgangssprachlicher Begriff für den Zustand, in einer Beziehung organisatorisch weiter zu funktionieren, sich einander aber nicht mehr zugewandt oder gemeint zu fühlen; ein eigener Fachbegriff der Forschung ist er nicht.
auch: Nebeneinanderherleben · Entfremdung in der Beziehung
Der Begriff ist eine Beschreibung, keine Kategorie. Was Paare damit meinen, wird in der Forschung über andere Größen erfasst, etwa darüber, wie zugewandt Partner im Alltag aufeinander reagieren und wie sehr sich jemand von der anderen Person verstanden und beachtet fühlt.
Auffällig ist, dass Distanz selten mit Streit beginnt. Sie beginnt eher damit, dass alltägliche Kontaktangebote seltener beantwortet werden und der gemeinsame Alltag auf Organisation zusammenschrumpft. In der Forschung zu alltäglichen Interaktionen hängen genau diese unauffälligen Momente mit dem zusammen, was später im Konflikt passiert.
Ein zweiter, oft übersehener Bereich sind die guten Nachrichten. Untersuchungen zu Reaktionen auf positive Ereignisse legen nahe, dass aktiv-interessiertes Eingehen mit höherer Beziehungsqualität verbunden ist. Wer wissen will, wo Distanz entstanden ist, kann also auch prüfen, was passiert, wenn etwas gut läuft.
Worauf sich das stützt
- 1 (2004). Daily marital interactions and positive affect during marital conflict among newlywed couples. Family Process, 43(3), 301–314. doi.org/10.1111/j.1545-5300.2004.00024.x
- 2 (2006). Will you be there for me when things go right? Supportive responses to positive event disclosures. Journal of Personality and Social Psychology, 91(5), 904–917. doi.org/10.1037/0022-3514.91.5.904
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