Verteidigung
Verteidigung bezeichnet im Konflikt die Reaktion, einen Vorwurf abzuwehren statt auf das Anliegen dahinter einzugehen, etwa durch Bestreiten, Gegenvorwürfe oder Rechtfertigung.
auch: Defensivität · Rechtfertigung
Verteidigung wirkt von außen wie Unwilligkeit und ist von innen meist etwas anderes: eine Antwort auf eine gehörte Anklage. Wenn ein Satz eine Aussage über den Charakter enthält, bleiben nur zwei Möglichkeiten, nämlich zuzustimmen, so ein Mensch zu sein, oder zu widersprechen.
In einer Längsschnittstudie beobachteten Gottman und Levenson Paare beim Streiten und verfolgten sie über vier Jahre. Bestimmte Interaktionsmuster, darunter Verteidigung und Verachtung, standen im Zusammenhang mit der späteren Trennung. Die Daten sind korrelativ und beschreiben Gruppen, keine Prognose für ein einzelnes Paar.
Weil Verteidigung eine Reaktion ist, lässt sie sich schwer direkt abstellen. Der ansetzbare Punkt liegt davor, beim Einstieg in das Gespräch.
Worauf sich das stützt
- 1 (1992). Marital processes predictive of later dissolution: Behavior, physiology, and health. Journal of Personality and Social Psychology, 63(2), 221–233. doi.org/10.1037/0022-3514.63.2.221
- 2 (1993). A theory of marital dissolution and stability. Journal of Family Psychology, 7(1), 57–75. doi.org/10.1037/0893-3200.7.1.57
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